Berliner Sport Club Hockey
 
           
           
     
 

Ü30-Turnier vom 29.9. bis zum 1.10

Ü30 Masters 30.9./1.10.2006

 

7 Damenmannschaften und 8 Herrenmannschaften trugen das Ü30 Masters in Berlin auf der Anlage des Berliner Sportclubs aus. Am Ende eines intensiven Wochenendes durften die Damen von Alster Re-United und bei den Herren die Rhinestones die Siegerpokale und die nicht weniger begehrten Sporttaschen in Empfang nehmen. Alster Re-United erklärte sich (noch im Siegestaumel?) bereit, die Ausrichtung des kommenden Ü30-Masters zu übernehmen, was alle Mannschaften mit Applaus aufnahmen. Das Fazit des diesjährigen Veranstalters: Der Aufwand hat sich gelohnt, es hat allen Spaß gemacht. Vielen Dank an die zum Teil weitgereisten Teilnehmer, die schon beim „Warming up“ am Freitagabend gute Stimmung machten.

 

Britta Irgang, BSC

 

Gedanken zum diesjährigen Ü30-Turnier

 

In den Tagen vor dem diesjährigen Ü30 Masters wurde ich bei der Erwähnung meines sportlichen Vorhabens am Wochenende 30.09./01.10.06 häufig belächelt.

Woran lag das? Ist es albern, mit fast 40 noch Turniere zu spielen oder kam das Schmunzeln daher, dass man bei Turnieren mit fast 40 – nach Meinung der Spaßvögel - nur wenig Sport macht, dafür aber ü30 alkoholische Getränke zu sich nimmt?

Nein, antworte ich da allen Zweiflern. Das Schöne an einem Ü30-Turnier ist das wundervolle Gefühl von Jugend und Unsterblichkeit, dass sich angesichts bravouröser sportlicher Höchstleistungen einstellt. Die Endorphine, das (kleine) Bier, die Heiserkeit und nebenbei das bisschen Hockey.

(Ergebnisse sind doch nebensächlich! Jeder kann mitmachen, dabei sein ist alles. Man fühlt sich gut und unbeladen, frisch…)

 

Im Gegensatz zu meinen sonstigen Gepflogenheiten, musste ich bei diesem Turnier Verantwortung übernehmen. Mehrfach habe ich den BSC dafür verflucht, austragender Verein für das Ü30-Masters sein zu müssen… Da ich ansonsten glaube, in meinem Leben respektable Verantwortlichkeiten abzuleisten, ziehe ich es bei Turnieren vor, mich lieber aus dieser zu ziehen.

Nun denn: fand ich mich selbst am frühen Samstagmorgen mit einem Megaphon allein unter dem zugigen Dach eines Partyzeltes vor. Ich hatte das Los der Turnierleitung gezogen.

Und als wenn das nicht reichte, musste ich auch noch 4 Spiele ohne Auswechselmöglichkeit, zwei davon auf dem malerischen Grün des Fußballrasens austragen. Und über dem Ganzen Nebelschwaden von Ehrgeiz, ausgedünstet von Schampushasen, Mokkaböhnchen, Waldschraten, Herrentorten und anderen ehemals hochdotierten SpielerInnen. Dem muss natürlich etwas entgegen gesetzt werden! (Wenn auch ohne nennenswerte Erfolge. Aber man hat schließlich auch als Dauertrainingsmuffel so was wie Sportlerehre.)

 

In dürren Worten, der Konsum von Ü30 alkoholischen Getränken war mir – aus reiner Überlebenstaktik – tagsüber gar nicht möglich.

Von der Party, die davon lebte und bebte, dass es aussichtslos war „jemanden U30 aufzureißen“ (Zitat eines berühmten Hockeyspielers, der an dieser Stelle ungenannt bleiben soll), weiß ich nichts (mehr) zu berichten.

 

Und mit dem noch unterentwickelten Muskelkater des ersten Turniertages startete ich in den zweiten… Und dann wusste ich es wieder, konnte es mit jeder Faser fühlen und den freundschaftlichen Spöttern trotzig entgegnen: Jetzt weiß ich wieder, warum es Ü30-Masters heißt - weil man sich am Ende so fühlt: Ü30.

 

Dies ist das das größte sportliche wie spaßige Kompliment, das man dem Turnier machen kann. Und da gibt’s gar nichts zu lachen.

 

Noch eine Anmerkung für nachfolgende Veranstalter: Es scheint angebracht, angesichts der vielen ernsthaften Verletzungen, die es in diesem Jahr leider zu beklagen gab, eine unserem Alter angemessene Neuregelung einzuführen:

Ein plastischer Chirurg sollte dem Erste-Hilfe-Kader beisitzen. Dann könnte bei Platzwunden an Stirn und Kinn gleich etwas großzügiger geklammert werden und die Kasse zahlt…

 

Kerstin Holl

 
       
           
     
 

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