Die ersten TageDas Wetter meinte es gut mit uns. Nur 24 Grad zeigte das Thermometer im Schatten von Santiago. Nach dem 20 stündigen Flug von Berlin über Zürich und Sao Paulo, nach 20 Stunden künstlichem Licht und 20 Stunden künstlich klimatisierte Luft genossen wir die Sonnenstrahlen in der chilenischen Haupstadt.
Nach einer kurzen Busfahrt erreichten wir das 7000 ha große Arial des Club Deportivo Manquehue, benannt nach einem der Berge in direkter Umgebung. Manquehue ist mapuche und bedeutet "Ort an dem der Condor sein Nest baut." Der Condor ist übrigens der Wappenvogel Chiles und brütet leider nicht mehr auf dem Manquehue.
Heute besitzt der Club, der als Aktiengesellschaft organisiert ist und über 8000 Mitglieder hat, ein modernes Clubhaus, Schwimmbäder und Solarium, 30 Tennisplätze, 2 Feldhockeyplätze, 3 Hallen für Turnen, Volleyball, Basketball sowie Aerobics und Kraftraum, 2 Fussballplätze, 1 Faustballplatz, ein Leichtatlethikplatz und zahlreiche weitere moderne Anlagen.
Aber zurück zum BSC: Auch wenn alle schon Bilder gesehen haben, weder Weitwinkel- noch ein sonstiges Objektiv ist in der Lage, den Eindruck beim Betreten der Anlage wiederzugeben. Der Vorplatz mit Springbrunnen, dahinter das riesige Clubhaus und Verwaltungsgebäude, im Hintergrund die Berge, das Ganze beleuchtet vom Glanz der Mittagssonne - ein Traum.
Die Wartezeit zwischen Mittagessen und dem Eintreffen der Gasteltern vertrieben wir uns im clubeigenen Pool.
Der Freitag stand noch im Zeichen der Eingewöhnung. Am Morgen eine kurze Trainingseinheit, um uns wieder an den Kunstrasen und die schweren Schläger zu gewöhnen. Die heißen Mittagsstunden (32°) verbrachten wir im nahe gelegenen Einkaufszentrum, in dem die Kinder die chilenischen Varianten von Big Mac und Pizza Salami testeten.
Am Abend stand dann die erste sportliche Auseinandersetzung auf dem Programm.
Während sich die Mädchen ziemlich schnell wieder an Feldhockey gewöhnten und einen 0:1 Rückstand in einen 4:2 Sieg wandelten, taten sich die Jungen sehr schwer mit den ungewohnten Verhältnissen auf dem Kunstrasen. Wie viele Tore der Gegner schoss, vermochte er Trainer nicht zu zählen, beim eigenen Team gab es nichts zu zählen.
Zu solchen Fahrten gehört auch ein anständiges Kulturprogramm, sehr zum Leidwesen einiger Mitgereisten. Um einen ersten Überblick zu bekommen, fuhren wir mit auf den Cerro San Cristóbal, ein 880m hoher Hügel der die Stadt in zwei Hälften teilt. Begleitet wurden wir von Richi, der uns die Sehenswürdigkeiten und deren Geschichte erklärte.
Weiter ging es dann durch die Stadt zum Plaza de Armas, vorbei am Regierungspalast, der Hauptpost und den vielen Gebäuden der chilenischen Regierung. Auf unseren Wunsch hin besuchten wir auch die etwas ärmeren Viertel Santiagos, um einen besseren Eindruck zu bekommen.
Nach dem Mittagsbuffet im Clubhaus werden wir uns nun zurück begeben in die Obhut der Gastfamilien. Morgen ist Familientag, an dem jeder etwas gmeinsam mit der Gastfamilie unternehmen wird.

|